Pioniere im Stadtverkehr: E-Busse in Kitzbühel
In der Stadt Kitzbühel kommen erstmals E-Busse zum Einsatz - zusammen mit einem erweiterten Fahrplan. Davon profitieren Fahrgäste und AnrainerInnen.
Seit wenigen Wochen setzt der Kitzbüheler Stadtverkehr auf E-Mobilität statt auf Diesel. Neu sind außerdem die längeren Betriebszeiten, ein durchgängiger Stundentakt und die verbesserte Anbindung des Siedlungsgebiets Sonngrub und des Gesundheitszentrums. Die drei E-Busse fahren pro Jahr insgesamt 110.000 Kilometer. Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler können sie zudem mit der Bürgerkarte kostenlos nutzen.
Der Stadtverkehr bedient die Strecken Hahnenkamm–Volksschule–Badhaussiedlung–Bichlalm (Linie 1) und Siedlung Frieden–Bahnhof–Staudach (Linie 2). Beide Linien fahren Montag bis Samstag von 7 bis 19 bzw. 20 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 18 Uhr im Stundentakt – innerstädtisch ergibt sich sogar ein komfortabler Halbstundentakt.
E-Busse bringen Vorteile für AnrainerInnen: Weniger Lärm und Feinstaub
Bei einer Fahrt mit Tempo 30 ist ein E-Bus nur halb so laut wie ein Dieselbus. An einer Haltestelle ist ein E-Bus beim Stoppen und Anfahren sogar um das Zweieinhalbfache leiser als ein Dieselbus. Das bedeutet eine Lärmreduktion für AnrainerInnen, die an der Busfahrstrecke oder in der Nähe einer Haltestelle wohnen.
Auch die lokale Feinstaubbelastung lässt sich durch E-Mobilität deutlich reduzieren: Der direkte Ausstoß von Feinstaub entfällt. Die Feinstaubemission vom Abrieb der Reifen, der Bremsen und der Straße sind beim E-Bus deutlich geringer. Bei der Rekuperation, also der Rückgewinnung der Energie während des Bremsvorgangs, wird die mechanische Bremse deutlich weniger beansprucht. Gerade bei Stadt- oder Ortsverkehren ist durch das ständige Stop-and-Go der Unterschied zwischen E-Bus und Dieselbus besonders groß.
Mobilitätslandesrat René Zumtobel freut sich über das Projekt: „Kitzbühel zeigt, wie Gemeinden den öffentlichen Verkehr konsequent weiterentwickeln können: nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Gesamtpaket aus neuer Technologie sowie verbessertem Fahrplan – und das alles in enger Abstimmung vor Ort. Besonders wichtig ist, dass mit Sonngrub und dem Gesundheitszentrum zusätzliche Ziele angebunden werden und der Stadtverkehr damit noch stärker Teil der Daseinsvorsorge wird. Solche Projekte machen sichtbar, dass die Mobilitätswende direkt in und mit der Region stattfindet.“
Moderne Fahrzeuge und günstig im Betrieb
Für die beiden Linien stehen drei Fahrzeuge der Marke MAN zur Verfügung, die von ÖBB Postbus betrieben werden. Die Busse sind zehn Meter lang und bieten Platz für jeweils rund 80 Fahrgäste. Sie werden nachts über eine eigene Ladestationen auf dem Betriebshof von Postbus in Kitzbühel geladen. E-Mobilität garantiert zudem Unabhängigkeit von Schwankungen beim Dieselpreis.
Postbus Verkehrsleiter Andreas Schranz begrüßt die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „ÖBB Postbus freut sich, dass wir in Zusammenarbeit mit VVT, Stadt Kitzbühel und dem Land Tirol dieses E-Bus Projekt umsetzen dürfen. Alle Vorarbeiten, der Bau der notwendigen Infrastruktur und die Schulung unserer MitarbeiterInnen sind abgeschlossen und gehen jetzt in den Echtbetrieb über. Im Betrieb von E-Bussen verfügen wir bereits über große Erfahrung und können eine reibungslose Umsetzung garantieren.“
Die verbesserten Fahrpläne bringen deutliche Vorteile: So profitieren zum Beispiel PendlerInnen, die besonders früh bzw. spät arbeiten und durch die Erweiterung des Bediengebietes, Personen, die im Siedlungsgebiet Sonngrub wohnen. Auch am Wochenende ist die Mobilität innerhalb Kitzbühels deutlich verbessert.
Vorteile für Fahrgäste und AnrainerInnen
VVT-Geschäftsführer Alexander Jug fasst die Verbesserungen zusammen: „Die E-Busse sind nicht nur deutlich sparsamer im Betrieb, sondern bringen auch klare Vorteile für unsere Fahrgäste und die Anwohnenden – durch weniger Lärm, bessere Luft sowie ein noch besseres und komfortables Angebot. So profitiert die gesamte Region von einem modernen und kundenfreundlichen Stadtverkehr.“
Kostenloses-Busangebot für KitzbühelerInnen mit Bürgerkarte
„Dieses Angebot ist einzigartig in Tirol und gibt es nur in der Stadt Kitzbühel“, erklärt Bürgermeister Klaus Winkler und verweist damit auf einen weiteren Vorteil: „Mit der Bürgerkarte können alle Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler die Stadtbusse kostenlos benützen.“
Das Projekt „Bürgerkarte ist Fahrkarte“ wurde 2025 gestartet und hat sich erfolgreich entwickelt. „Allein von Oktober 2025 bis März 2026 haben rund 10.000 Personen dieses neue Angebot genutzt“, freut sich Kitzbühels Verkehrsreferent Hermann Huber. In Zusammenarbeit mit dem VVT und dem Regionalmanagement ist es gelungen, ein attraktives, sauberes Stadtbusangebot zu schaffen, das für die Kitzbüheler BürgerInnen bequem und kostenfrei nutzbar ist.
Die enge Zusammenarbeit zwischen VVT, der Stadt Kitzbühel und dem Planungsverband machten die Weiterentwicklung des Angebots möglich. „So kann öffentliche Mobilität funktionieren“, sagt Andreas Knapp, Mobilitätsbeauftragter der Stadt Kitzbühel, und ergänzt: „Der Verkehr ist auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt, lärm- und abgasemissionsfrei, bequem und einfach zu nutzen.“
Mit Bundesförderung umgesetzt
Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur fördert mit dem EU-Programm EBIN die Umstellung von Bussen auf emissionsfreie Antriebe mit 60 Prozent der Mehrkosten von Bussen und 40 Prozent der Kosten der Infrastruktur. Für das Projekt im Stadtverkehr Kitzbühel hat der VVT um diese Förderung angesucht. Damit wurde eine wesentliche Grundlage für die Finanzierung der Umstellung auf E-Betrieb geschaffen.